Willkommen in der Regenzeit

Als Erstes bleibt der Ventilator stehen, danach bricht das W-Lan zusammen. Wenn man jetzt leise ist und lauscht kann man einen der wenigen Notstromgeneratoren der Bank, am Fuße des Hügels, arbeiten hören. Immer öfter kommt es in der letzten Zeit zu Stromausfällen. Bei Regen und vor allem bei potenziellen Gewittern wir er abgestellt. Trotz des Regens schwitzt man hier bei 27°C. Viele Togolesen tragen Pullover oder auch Wollmützen. Kommt die Sonne tagsüber doch zum Vorschein und die Temperaturen steigen, müssen aber alle zugeben, dass es unglaublich heiß ist.

Fällt nun der Strom aus bedeutet das auf kurze Sicht erst einmal kein Licht, kein Ventilator, kein W-Lan. Aber auf längere Sicht bedeutet das auch kein Handy und kein Laptop und auch die Kühlschränke nehmen wieder die außen Temperatur an. Schnell sind die Powerbanks entladen und statt im Licht der Handytaschenlampe wird im Kerzenlicht gekocht. Der Fernseher läuft nicht und auch die laute Musik die sonst immer durch die Straßen dringt bleibt aus. Es breitet sich eine Ruhe aus, eine Stille aber auch eine gewisse Ohnmacht. Man kann rein gar nichts dagegen tun. Man kann nur warten. Die ganzen Stromausfälle machen einem bewusst, wie abhängig man doch von den ganzen elektrischen Geräten ist bzw. vom Strom. Ein Leben ohne Strom… so viel stiller, so viel bedachter, so viel ruhiger. Das Leben steht für einen Moment still, es gönnt sich eine Pause. Unserem hektischen Alltag tut das mal so richtig gut.

Außer den Stromausfällen bringt die Regenzeit auch Früchte mit sich. Ein jeder geht auf sein Feld. Diese liegen mal kilometerweit in den Hügel – Zugang selbstverständlich nur zu Fuß – oder mitten auf einer Wegkreuzung. Mais wird gepflanzt, Mangos und Avocados geerntet. Bald ist auch wieder die Saison der Yams, Orangen, Mandarinen, …

Vielleicht nicht ganz so an die Regenzeit gebunden sind für die Schüler jetzt endlich Ferien. Am 17.06 schreiben zwar noch die Abiturienten ihre erste Prüfung, aber für den Großteil der Schüler starten jetzt die Ferien. Das Jugendzentrum ist viel belebter, denn schon am Vormittag schneien die fröhlichen Schüler herein. Lesen, Zeichnen, Basteln, Tischkicker spielen, Schach/Karten/Brettspiele, … es ist ein buntes Beisammensein und ein jeder macht das worauf er Lust hat.

Mir bleiben jetzt noch ziemlich genau zwei Monate hier in Atakpamé und dann geht es auch schon zur Endevaluation nach Lomé. Viele Grüße an alle die meinen Blog so fleißig lesen und danke für all die Unterstützung die ich erhalte.

In der Hauptstadt Lomé

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