WOEZC

  • Ein Gastbeitrag von Davina und Arne über ihren kurzen aber sehr guten Besuch in Togo

Sehr liebevoll und stürmisch wurden wir (Arne und Davina) von Hannah, Jule, Tine und Joel am Flughafen in Lome empfangen. Ein Schild mit den Buchstaben „WOEZC“ (Woöso), was auf Ewe so viel heißt wie „Willkommen“, sollten wir dann gleich mit „Yo!“ beantworten. Ein Schritt aus dem Flughafengebäude raus und wir wussten, ab sofort waren Pullis unnötig. Total ungewohnt für uns, die wir gerade direkt aus dem kalten Deutschland eingeflogen waren. Alles ist ganz anders hier. Schon angefangen beim Klima das Nachts nicht einmal soweit runter kühlt, dass man sich zudecken muss. Ohne Decke einschlafen zu können, daran mussten wir uns erst einmal gewöhnen. Die ersten Tage verbrachten wir in der WG in Lome. Langsam versuchten wir uns an das Französisch heranzutasten, von dem wir leider kaum ein Wort beherrschten. Das war das anstrengendste an der ganzen Zeit die wir hier verbringen durften, nicht einmal kurz etwas einkaufen zu können, ohne sich davor nochmal die Worte zurecht gelegt zu haben, von Rückfragen der Verkäufer ganz zu schweigen. Die Sprache war eine echte Herausforderung!

Zum Glück hatten wir ja einen Guide immer an unserer Seite. Hannah und die anderen Freiwilligen zeigten uns ihre Lieblingsplätze in der togolesischen Hauptstadt und mit den Mototaxis machten wir sowohl den Grande Marche als auch den Strand oder die Milkbar (eins der wenigen Eiscafes in Togo) unsicher.

Die nächsten zwei Wochen reisten wir umher. Ganz in den Norden, wo wir zuerst in einem überteuerten Hotel in Kara und eine Nacht auf dem Dach eines traditionellen Lehmhauses verbrachten. Dann nach Atakpame, Hannahs neue Heimatstadt, wo wir die Gastfamilie kennenlernen konnten und Hannahs Arbeitsstelle gezeigt bekamen und am Ende noch alleine zwei Tage nach Kpalime, wo uns die schöne Natur und die Wasserfälle tief im Dschungel lockten.

Teuer ist das Leben hier nicht. Für eine Portion Reis oder Spaghetti auf der Straße zahlt man einen Spottpreis von nicht einmal 20 Cent. Nur an ganz wenigen Orten hier in Togo haben die Menschen begriffen, das sich mit Tourismus Geld machen lässt -in den Parks die wir besuchten um Wildtiere zu sehen, im Hotel oder beim besteigen des höchsten Berg Togos am Ende unserer Reise in der Nähe von Kpalime, wo wir bis heute nicht verstanden haben, für was wir jetzt eigentlich bezahlt haben. Einen Guide wollten wir nicht, einen Zaun gab es nicht, einfach nur eine einfache Teerstraße den Berg hinauf…vermutlich haben wir dafür bezahlt, dass sie die reparieren konnten.

Nach zwei Wochen hatten wir den Dreh mehr oder weniger raus. Das meiste wiederholt sich an allen Orten im Land. Dir wird am laufenden Band“Yowo“ hinterhergerufen, weil sich außer dir kaum eine weiße Person nach Togo verirrt. Verständlich, dass Hannah das mittlerweile weitestgehend ignoriert, wenn es selbst uns schon nach dieser kurzen Zeit unglaublich auf die Nerven ging. Egal wie lange man hier als Deutsche/r lebt, einfach nur aufgrund der Hautfarbe wird man leider immer auffallen. Brot gibt es nur in Form von Weißbrot, eine einzige Sorte, im ganzen Land. Distanzen werden in Form von Beträgen für Motos oder Taxis angegeben und Supermärkte existieren nur in der Großstadt. Eingekauft wird auf der Straße. Findest du deine Tomaten nicht hier, schaust du zwei Straßen weiter und da hast du sicher Glück. Oder du läufst eben zum Grande Marche, den es in jedem Dorf eigentlich gibt. (Übrigens immer unsere Rettung, wenn wir alleine unterwegs waren und den Motos sagen sollten wo wir gerne hinwürden: „Grande Marche“ und die Sache war geklärt). So einzukaufen ist sehr entspannt. Die Leute müssen kaum etwas lagern (Kühlschränke haben sowieso nicht alle). Allerdings spiegelt sich das auch in der Essensauswahl wieder. Seher einfallsreich sind die Togolesen da nicht. Kochbananen und Jams, aus denen alles von fritierten Koliko bis gestampftem Fufu gemacht wird, Reis, Bohnen, Tomatensoße mit scharfem Piement, Spaghetti oder Brot mit Mayo, das ist so eine grobe Übersicht. Nicht ganz natürlich. Wir probierten uns durch und befanden das allermeiste auch wirklich für sehr lecker. Eher wenig gewürzt, dafür umso schärfer, könnte man sagen.

Die Natur variiert stark je nachdem ob man sich im Süden oder Norden des Landes befindet. In Atakpame konnten wir noch schön durch die grünen Hügel spazieren, während der Norden eher savannig, also trockener und flach war. Wir hatten das Glück noch etwas von „Armatan“ mitzukriegen. Der Trockenzeit, die sich gerade dem Ende zuneigte. Wir waren ganz erstaunt, als sich eines Abends plötzlich ein riesiges Gewitter zusammenbraute und dicke Tropfen vom Himmel vielen.

Mit Hannah und anderen Volontären unterwegs zu sein war total schön, weil wir so in kurzer Zeit sehr tiefe Einblicke in das echte Leben haben konnten und tatsächlichen Kontakt zu Leuten vor Ort hatten. Wir konnten die YMCAs etwas kennenlernen, bei einer Animation dabei sein, im Deutschclub die Jury machen und mit den Togolesen Fußball spielen. Auch aus Pagne (den typischen Stoffen hier) ließen wir uns Kleider maßanfertigen beim lokalen Schneider, sie sind jetzt ein wunderschönes Andenken an unsere tolle Zeit in Togo, an die wir noch lange zurückdenken werden.

Danke Hannah für deine Einführung in die Kultur und die wunderschönen Tage in deiner temporären Heimat da unten! Genieße deine Zeit in diesem wundervollen Land und komm gesund wieder:)

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